Dauer­hafte Haar­entfernung

Licht-, Laser- und Elektroepilationsverfahren fachlich eingeordnet
Dauerhafte Haarentfernung kann mit unterschiedlichen Licht-, Laser- und Elektroverfahren durchgeführt werden. Welche Technologie sinnvoll eingesetzt werden kann, hängt nicht allein von ihrem Namen oder einer bestimmten Wellenlänge ab, sondern vom Zusammenspiel aus Haar- und Hauttyp, Behandlungsregion, Gerätequalität, Energieabgabe, Impulscharakteristik und fachgerechter Anwendung.
Fachbeitrag von Beate Scheffler · Dipl.-Biologin (Mikrobiologie)
Fachliche Einordnung

Es gibt nicht die eine „beste“ Technologie zur Haarentfernung

IPL, Diodenlaser, Alexandritlaser und Nd:YAG-Laser arbeiten mit unterschiedlichen Lichtquellen, Wellenlängen und Energieprofilen. Jede dieser Technologien kann innerhalb geeigneter Behandlungskonzepte sinnvoll eingesetzt werden. Entscheidend sind die jeweilige Ausgangssituation, die technische Leistungsfähigkeit des Systems und die präzise Abstimmung der Parameter.

Für pigmentarme, sehr helle oder graue Haare gelten andere Voraussetzungen als für melaninhaltige Haare. Hier kann die Elektroepilation eine wichtige ergänzende beziehungsweise alternative Methode darstellen. Eine fachliche Bewertung sollte deshalb immer Technologie, biologische Zielstruktur und Geräteeigenschaften gemeinsam betrachten.

Grundlagen

Dauerhafte Haarentfernung: Welche Technologien werden eingesetzt?

Die grundlegenden Verfahren unterscheiden sich vor allem in ihrer Licht- beziehungsweise Energiequelle und den daraus resultierenden Möglichkeiten der individuellen Anwendung.

Breitbandiges Licht

IPL – Intense Pulsed Light

Lichtquelle: spezielle Blitzlampen mit unterschiedlichen Wellenbereichen

IPL-Systeme werden zur professionellen Haarentfernung und für weitere dermatologisch-ästhetische Anwendungen eingesetzt. Über Filter können definierte Wellenbereiche für unterschiedliche Behandlungsziele ausgewählt werden.

Wesentliche Unterschiede bestehen in tatsächlicher Leistungsabgabe, Stabilität der Lichtenergie und Impulstechnik. Diese Faktoren sind für die praktische Leistungsfähigkeit ebenso relevant wie der gewählte Wellenbereich.

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Laser

Diodenlaser

Lichtquelle: Laserdioden beziehungsweise Laserbars

Diodenlaser gehören zu den etablierten laserbasierten Verfahren zur Haarentfernung melaninhaltiger Haare. Klassische Systeme arbeiten häufig im Bereich um 808 nm; moderne Plattformen können weitere Wellenlängen innerhalb eines Behandlungskopfes kombinieren.

Für die Beurteilung sind neben der Wellenlänge auch verfügbare Energie pro Behandlungsfläche, Energieverteilung, Spotgröße, Impulscharakteristik und Stabilität während der Anwendung relevant.

Festkörperlaser

Alexandritlaser

Lichtquelle: chromdotierter Chrysoberyll

Alexandritlaser werden unter anderem für die professionelle Haarentfernung eingesetzt. Die Technologie basiert auf einem Festkörperlaser und wird insbesondere bei pigmentierten Haarstrukturen in entsprechende Behandlungskonzepte eingeordnet.

Die physikalische Lichtquelle eines Alexandritlasers ist nicht mit einem Diodenlasersystem gleichzusetzen, selbst wenn bei anderen Laserkonzepten ähnliche Wellenbereiche technisch nachgebildet oder kombiniert werden.

Festkörperlaser

Nd:YAG-Laser

Lichtquelle: Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Kristall

Nd:YAG-Laser arbeiten grundlegend mit einer Wellenlänge von 1064 nm und werden ebenfalls zur professionellen Haarentfernung eingesetzt. Je nach Haut- und Haarsituation kann diese Technologie Bestandteil unterschiedlicher laserbasierter Behandlungskonzepte sein.

Auch hier sollte die Bewertung nicht ausschließlich über die nominelle Wellenlänge erfolgen. Lichtquelle, Energiecharakteristik, Spotfläche und Impulsführung bestimmen gemeinsam die praktische Anwendung.

Elektrische Epilation

Elektroepilation

Nadelimpulstechnik · Thermolyse · Elektrolyse

Die Elektroepilation arbeitet nicht mit Lichtenergie. Elektrische Impulse werden über eine feine Sonde gezielt am einzelnen Haarfollikel eingesetzt. Dadurch ist die Methode grundsätzlich nicht vom Melaningehalt des Haares abhängig und kann insbesondere bei Haarfarben relevant sein, die sich für lichtbasierte Verfahren nur eingeschränkt eignen.

Die Methode erfordert eine präzise manuelle Arbeitsweise, Erfahrung und Training. Je nach Technik können unter anderem Thermolyse, Elektrolyse, Anaphorese und Kataphorese in professionelle Behandlungskonzepte integriert werden.

Technologische Weiterentwicklungen

SHR, IFL, DPC und kombinierte Anwendungskonzepte richtig einordnen

Begriffe wie SHR, IFL oder DPC bezeichnen nicht dieselbe technologische Ebene wie Diodenlaser, Alexandritlaser oder IPL. Sie beschreiben besondere Impuls-, Energie- oder Anwendungskonzepte innerhalb beziehungsweise in Kombination mit lichtbasierten Systemen.

SHR
Sliding- und Kombinationskonzepte

SHR beschreibt schnelle, wiederholte Lichtimpulse in gleitender Anwendung. Kombinierte Konzepte wie Super-SHR oder DSHR können IPL- und Diodenlaser-Technologien innerhalb eines Systems verbinden. Entscheidend bleibt, welche Lichtquelle, Energie und Impulscharakteristik tatsächlich eingesetzt werden. Die gleitende Anwendung verändert damit vor allem die Art der Energieabgabe und Behandlung, nicht jedoch die physikalische Grundlage des Lichtsystems.

IFL
Incoherent Fast Light

IFL bezeichnet ein schnell arbeitendes inkohärentes Lichtkonzept mit mehreren Energiepeaks innerhalb eines Lichtimpulses. Je nach System können Stempel- und gleitende Anwendungen miteinander kombiniert werden. Neben der Energieabgabe sind Kopftechnik, Kontaktfläche und kontrollierte Lichtübertragung relevant. Entscheidend ist, wie stabil die Energie bereitgestellt und innerhalb des jeweiligen Behandlungskonzeptes tatsächlich genutzt wird.

DPC
Dynamic Pulse Control

DPC beschreibt die differenzierte Steuerung verschiedener Impulsformen. Einzel-, Mehrfach- oder schnelle Impulsfolgen können abhängig von Haarstruktur, Hauttyp und Behandlungskonzept unterschiedlich eingesetzt werden. Dadurch lässt sich die Energieabgabe innerhalb eines Lichtsystems gezielt variieren. Relevant bleiben dabei Energiedichte, Impulsstabilität, Kühlung und die fachgerechte Auswahl der Parameter für die jeweilige Ausgangssituation.

Entscheidend in der Praxis

Warum die Wellenlänge allein noch nichts über die Qualität eines Systems aussagt

Zwei Systeme können mit derselben nominellen Wellenlänge arbeiten und sich dennoch deutlich in ihrer praktischen Leistungsfähigkeit unterscheiden. Für die Energieübertragung sind unter anderem tatsächliche Leistungsabgabe, Energiedichte, Impulsdauer und -form, Spotgröße, Energieverteilung und Wiederholrate relevant.

Hinzu kommen Kontakt- und Kühltechnik sowie die Fähigkeit des Systems, die gewählten Parameter über die Behandlung hinweg stabil bereitzustellen. Größere Spotflächen oder mehrere kombinierte Wellenlängen sind deshalb nicht automatisch mit einer höheren Wirkleistung gleichzusetzen.

Für die fachliche Auswahl eines professionellen Haarentfernungssystems sollte deshalb immer das gesamte technische Konzept betrachtet werden – und nicht lediglich eine einzelne Leistungsangabe oder Wellenlänge.

Professionelle Systemauswahl

Technologie passend zum Behandlungskonzept auswählen

Die Auswahl eines professionellen Haarentfernungssystems richtet sich nach Zielgruppe, Behandlungskonzept, technischen Anforderungen und den jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen. Für die konkrete Systemauswahl steht die Intercosmed-Fachberatung zur Verfügung.

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